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Elternzeit für Väter ? – NA KLAR !
Seit Januar 2007 ist sie bereits in Kraft – die neue Elterngeldregelung. Aber wie sieht es heute, 5 Jahre nach dem Beschluss der Bundesregierung, aus? Wie gehen die Väter in Lennestadt mit den Möglichkeiten, die diese Regelung bietet, um? Und wie stehen die Arbeitgeber dem gegenüber?

Fakt ist, dass seit der Einführung dieser Regelung auch vermehrt Väter in Elternzeit gehen. Auch in der Stadt Lennestadt ist dieser Trend deutlich erkennbar. Familie leben, neue Erfahrungen sammeln, die Partnerin unterstützen – die Gründe warum sich Väter für diesen Schritt entscheiden sind vielfältig und keineswegs nur eine finanzielle Überlegung.

Thorsten Müller, 43 Jahre, hat seine Elternzeit vor kurzem beendet und sitzt heute wieder an seinem Schreibtisch im Bauordnungsamt der Stadt Lennestadt. Thorsten Müller ging genau am 1. Geburtstag seines Sohnes für zwei Monate in Elternzeit. Nach den Gründen gefragt antwortet er prompt:“ Es ist mir ganz wichtig gewesen, das mal zu erleben und es war eine ganz tolle Erfahrung“, erklärt der Sachbearbeiter. Aber auch ein ganz praktischer Gedanke stand hinter seinem Entschluss:“ Ich hätte sonst das Gefühl, nicht alles mit meinem Sohn machen zu können. Also so Dinge wie Windeln wechseln, füttern, baden. Denn was wäre, wenn ich plötzlich mal allein mit meinem Sohn dastehe, weil die Frau z.B ins Krankenhaus muss.“

Heute ist der 43-jährige in allen Belangen rund um Kind und Haushalt fit wie ein Turnschuh und nebenbei „könnte ich jetzt auch am Halbmarathon im Kinderwagenlaufen teilnehmen“, lacht Thorsten Müller. Er erlebte seine Elternzeit als eine „ emotional sehr intensive Zeit“, die er keinesfalls missen möchte und die auch seinen eigenen Blickwinkel verändert hat:“ Es ist kein Urlaub“, betont er „, Kind betreuen und den Haushalt am Leben erhalten in ein Fulltime-Job. Es war eine ganz neue Herausforderung und ich kann es jedem Vater nur empfehlen.“ Auch in seinem Freundes- und Bekanntenkreis gab es durchweg positive Resonanz.

Das althergebrachte Rollenklischee, scheint heute endgültig ausgedient zu haben. „ Für meine Frau war klar, dass sie früh wieder arbeiten geht“, sagt Thorsten Müller. „Wenn Gleichberechtigung, dann auch richtig.“ Das ist der Standpunkt vieler Väter, für die heute eine ausgewogene „Work-Life-Balance“ wichtig ist und die gerne Familie und Beruf miteinander so koordinieren möchten, dass keine Nachteile entstehen und die sich keinesfalls mehr nur in der Rolle des „Versorgers“ sehen. Thorsten Müller kehrte nach zwei Monaten Elternzeit an seinen Arbeitsplatz im Rathaus zurück und „der Tag war ganz normal“, sagt er zum Abschluss, während er wieder zu seinen Akten greift und von der Wand über seinem Schreibtisch der Sohnemann lächelt.

Während Thorsten Müller sich wieder über seine Arbeit hermacht, steht für den 39-jährigen Ingo Wirth die Elternzeit kurz bevor. Sechs Wochen sind es noch bis zur Geburt des Familienzuwachses, das zweite Kind für Familie Wirth. Seine Elternzeit, die direkt mit der Geburt des Babys beginnen soll, hat der Sachbearbeiter der Ordnungsbehörde schon beantragt:“ Das geht schnell und formlos“, erklärt Ingo Wirth, der sich bei der Geburt des ersten Kindes keine Elternzeit nahm:“Als vor vier Jahren unser erstes Kind zur Welt kam ist das irgendwie an uns vorbeigelaufen“, sagt er ,“ und es hat mich damals auch nicht beschäftigt.“ Heute weiß er aus Erfahrung um die Probleme, die die Geburt eines Kindes mit sich bringen kann und entschloss sich, seine Frau direkt in den ersten zwei Monaten zu unterstützen, denn „die Anfangszeit ist die schwierigste Zeit. Wir wollen uns gegenseitig während dieser Zeit unterstützen“, so der Vater, der seine zwei Monate Elternzeit gleichzeitig mit seiner Frau nimmt. Seine Frau wird insgesamt 12 Monate zu Hause bleiben. Auch in Ingo Wirths Umfeld stieß der Entschluss auf positive Resonanz.

Aber wie sieht die Sache aus Arbeitgebersicht aus? Grundsätzlich stehen die Arbeitgeber der Elternzeit von Männern positiv gegenüber. Aber: je kleiner die Firma, desto schwieriger wird es den Arbeitnehmer, dem immerhin eine Arbeitsplatzgarantie für 12 Monate zusteht, zu ersetzen. Die meisten Lennestädter Väter gehen allerdings nur für zwei Monate in Elternzeit; ein überschaubarer Zeitraum für beide Seiten.

INFO – Daten, Zahlen, Fakten
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die Elterngeld/Elternzeitregelung in ihrer jetzigen Form existiert bereits seit 2007.
-die Höhe des Elterngeldes beträgt 67% vom letzten Nettogehalt
-gezahlt wird das Elterngeld bis zu 12 Monate.
-nehmen beide Elternteile Elternzeit, verlängert sich der Anspruch auf 14 Monate.


Quelle: Pressemitteilung der Stadt Lennestadt, v. 30.01.2012

 

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Rechtsanwalt Martin Tillmann ist Kreisoberst des KSB Olpe